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Hier
finden Sie Informationen über das 1. Buch zur
Krisenpädagogik. Es erschien zuerst im Jahre 1990 beim Rowohlt
Verlag in der Reihe "Medizin & Gesundheit", danach in weiteren
Auflagen im Verlag Syllabus. Das Buch ist ins Englische und Japanische
übersetzt.
Der Mensch ist, was er ißt.
Diesen Satz begreife ich als eine
geistige Einstellung zur Ernährung. Die Nächstenliebe
fängt mit der Liebe zum eigenen Körper an; und nur
wer sich
selbst liebt und achtet, kann auch anderen Liebe und Achtung schenken.
1. Verstopfung
Ruth, 24 Jahre jung, leidet schon seit Jahren an Verstopfung.
Bei unserem Gespräch stellte sich heraus, daß sie
unregelmäßig ißt: mal drei bis vier
Mahlzeiten
täglich, mal nur eine sehr dürftige. Auch die
Einnahmezeiten
sind unregelmäßig: mal frühstückt
sie um 12 Uhr,
mal ißt sie um diese Zeit zu Mittag. Hinzu kommt ihre
Vorliebe
für Schokolade. Meine Empfehlung, sie solle sich an
regelmäßige Zeiten für die Einnahme ihrer
täglichen Mahlzeiten gewöhnen, erntete bei ihr nur
ein
charmantes Lächeln: "Das ist ja das Problem. Ich bin eben so
chaotisch." – „Aber wieso erwarten Sie von Ihrem
Darm
regelmäßige Pflichterfüllung, wenn Sie
selber dazu
nicht bereit oder fähig sind?" fragte ich. Sie versprach,
darüber ernsthaft nachzudenken. "Wahrscheinlich wird die
regelmäßige Einnahme von Mahlzeiten jedoch nicht
genügen, um die Verdauung in Gang zu bringen", sagte ich.
Zur Information: Ruth konnte sich mit einigem Glück nur ein-
bis
höchstens zweimal wöchentlich
‘erleichtern’.
Etwa 20 Stunden vor diesem Ereignis wurde sie von einer
merkwürdigen Blässe im Gesicht befallen, der
Launenhaftigkeit, Völlegefühl und Bauchschmerzen
folgten.
Deshalb empfahl ich ihr die Kombination Kupfer (rote Bete) und Vitamin
B2 (Joghurt, Mais aus Dosen). Drei Wochen
später meldete sie
sich
bei bester Laune und erzählte, daß sie jeden zweiten
Tag
regelmäßig Stuhlgang habe, sofern sie ihre
Mahlzeiten
halbwegs regelmäßig einnehme. Aber selbst wenn sie
ganz
chaotisch esse, klappe es nicht schlecht.
Zur Erklärung: Kupfer (reichlich vorhanden in roter Bete)
löst in Verbindung mit Vitamin B2
(vorhanden in: Mais,
Joghurt,
trockenen Pflanzen) im Mastdarm einen Entleerungsreiz aus. Dieser
einfache Effekt läßt sich risikolos ausprobieren.
Leseprobe aus
Kapitel 3: Geist
Leben und Sinn
Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit, und vervollständigen Sie
diesen Satz, bevor Sie weiterlesen:
"Der Sinn meines Lebens besteht darin, daß ..."
Wenn Ihnen das zu Ihrer vollen Zufriedenheit gelingt, brauchen Sie die
Ausführungen in diesem Kapitel nicht zu lesen.
Sofern Sie jedoch mit Ihrem Ergebnis nicht zufrieden sind oder
überhaupt nichts formulieren konnten, wird Ihnen die
Lektüre
nicht schaden.
1. Haben und Sein
Mit der Enttabuisierung der Sexualität und der damit
einhergehenden toleranten Eistellung der Gesellschaft
gegenüber
dem Sexualleben sind auch die Sexualneurosen verschwunden, die Sigmund
Freud noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbreitet vorfand und mit
seiner Methode der psychoanalytischen Heilung erfolgreich behandelte.
Im ausgehenden 20. Jahrhundert macht sich eine andere Neurose
bemerkbar: das Gefühl der Leere, der Sinnlosigkeit und des
existentiellen Vakuums.
Frankl zufolge handelt es sich hierbei im Gegensatz zu Psychosen oder
Neurosen, die seelisch bedingte Erkrankungen darstellen, um eine Art
geistige Neurose. Trotz materieller Versorgung und z. T.
Überversorgung findet der Mensch unserer Zeit in seinem Leben
immer weniger Sinn. Nur selten betrachten wir z. B. unseren Beruf als
Erfüllung oder gar Berufung, meistens eher als notwendiges
Übel, als Job. Selten kaufen wir ein Kleidungsstück
oder ein
Auto, weil wir es wirklich benötigen, als vielmehr weil sich
die
Mode geändert hat. Wir pflegen zu häufen, zu stapeln,
zu
sammeln, aber deshalb nicht glücklicher zu werden. Wie
läßt sich dieser Tatbestand oder Widerspruch
erklären?
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