Europ. Ges. Krisenp.

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Bijan Adl-Amini

Nachstunden des Lebens - Krisen verstehen, Krisen bestehen

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Grundfragen
    1. Was ist eine Krise?
    2. Gibt es auch angenehme Krisen?
    3. Wo ereignen sich Krisen?
    4. Wie verlaufen Krisen?
    5. Haben Krisen einen Sinn?
Bewußtsein und Krise
    1. Die Struktur des Bewußtseins
    2. Der Aufbauprozeß des Bewußtseins
    3. Die Entwicklung des Bewußtseins
    4. Die Stufen der Bewußtseinsentwicklung
    5. Bewußtsein und Sinnerfüllung
    6. Bewußtsein und Geist
Wege aus der Krise
    1. Der Tod als Weg und Wegweiser
    2. Die Schöpfung als Auftrag
    3. Die Wogen des Lebens
Ganzheit und Krise
    1. Einheit
    2. Zweiheit
    3. Ganzheit
Anhang: Krise und Entwicklung
    1. Krise und Entwicklung in der Anthroposophie
    2. Krise und Entwicklung in der Psychoanalyse
    3. Krise und Entwicklung in der genetische Epistemologie
Literatur

Leseprobe

E i n f ü h r u n g

Den Umgang mit Lebenskrisen können wir lernen, und es ist die Absicht des vorliegenden Buches, diesen Lernprozess zu fördern. Das Vorhaben ist nicht therapeutisch, sondern pädagogisch motiviert. Während Therapeuten im akuten Notfall gleichsam wie Rettungsschwimmer einspringen, wollen Pädagogen auf den Ernstfall vorbereiten. Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Ob ihr Plan im realen Leben dann auch aufgeht, muss sich von Fall zu Fall zeigen. Auch ein guter Schwimmer kann im rauhen Ozean untergehen. Trotzdem hat er bessere Überlebenschancen als hundert Nichtschwimmer. Niemand bleibt in seinem Leben von Krisen verschont. Arbeitslosigkeit oder Krankheit, Unfall oder Straffälligkeit, Misserfolg oder Scheitern, der Tod eines nahestehenden Menschen oder die Auflösung einer verwurzelten Partnerbeziehung, eine ungewollte Schwangerschaft oder die Geburt eines körperlich bzw. geistig behinderten Kindes sind nur einige Beispiele für krisenhafte Lebensereignisse. Die Krisenforschung kann auf eine beachtliche Anzahl von Therapieansätzen und typischen Krisenanalysen zurückgreifen.

Das vorliegende Konzept legt den Akzent weniger auf besondere oder typische Kriseninhalte, wie sie in einer Reihe von hervorragenden Werken bereits behandelt worden sind. Es verfolgt auch nicht in erster Linie das Ziel, Informationen über die verschiedenen psychologischen, therapeutischen oder interaktionistischen Ansätze zur Krisenintervention und Krisentherapie systematisch zusammenzutragen. Auch das liegt bereits mehrfach vor. Unser Interesse gilt vielmehr der Entfaltung eines ganzheitlichen Rahmens für das Verstehen und Überstehen von Lebenskrisen. Wir betrachten die Krisen nicht isoliert für sich, sondern als die Hälfte eines polar strukturierten Ganzen. Alles Polare besteht aus zwei Hälften, die sich ergänzen, indem sie sich wechselseitig hervorbringen. Es sind gleichsam zwei Hälften, die erst zusammen ein Ganzes und ganz Eines ergeben.

Ordnen wir die Krise in diesen ganzheitlichen Kontext ein, so stellt sie sich als die polare Gegenhälfte zur Entwicklung heraus. Es ist unbestreitbar und unbestritten, dass Krisen zur Entwicklung und Reifung des Menschen einen erheblichen Beitrag leisten können.



 
  .:: © 2010 by Prof. Dr. Bijan Amini ::.